Der Hilfeprozess im triadischen System

Den Intentionen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und unserem Leitbild folgend verstehen wir den Hilfeprozess als Zentrum eines triadischen Beziehungssystems zwischen Familie, Jugendamt und Einrichtung. Gelingende Hilfen zeichnen sich aus durch wechselseitig respektvolle Beziehungen und schaffen ein Arbeitsbündnis, welches sich dem gemeinsamen Ziel verpflichtet fühlt, das „Recht des Kindes auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (§1 SGB VIII) zu verwirklichen.

Das Gelingen dieses triadischen Arbeitsbündnisses stellt sich nie als fixes Ergebnis dar, sondern unterliegt permanenten Schwankungen und muss prozesshaft immer wieder neu hergestellt werden. Wichtige Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft und Fähigkeit der Beteiligten zum Dialog.

Erst im Zusammenwirken von Familie, Jugendamt und Einrichtung können Hilfemaßnahmen ihre Wirksamkeit entfalten. Der fortlaufende Dialog bietet die Chance zum besseren Verstehen und für positive Veränderung.

Wir – als Einrichtung – sehen uns in besonderer Weise in die Pflicht genommen, zum Gelingen dieses Prozesses beizutragen.

Die fortlaufende, über die formalen Vorgaben des SGB VIII hinausgehende inhaltliche Einbeziehung des Jugendamtes ist nach unserem Verständnis des Hilfeprozesses selbstverständlich.

Über die Eltern- und Familienberatung (AmBera) wird ein kontinuierlicher, zeitnaher und offener Gesprächszusammenhang mit den Familien etabliert. Die reflektierende Auseinandersetzung mit der emotionalen und sozialen Dimension der Fremdunterbringung schafft ein Vertrauensverhältnis und trägt zum gegenseitigen Verstehen bei.

Dieser Haltung liegt die Einsicht zugrunde, dass die Beziehung zur Herkunftsfamilie für die Kinder und Jugendlichen, unabhängig davon, was sie in ihren Familien erlebt haben, wichtig war, ist und bleiben wird. Eine kontinuierliche Vermittlung zwischen den verschiedenen Lebenswelten Heim und Familie ermöglicht den Kindern, die vorhandenen positiven pädagogischen Ressourcen von Heimerziehung sowie die Stärken und Fähigkeiten von Familien nutzen zu können.

Daher werden bei jeder Aufnahme eines Kindes/Jugendlichen in eine Wohngruppe oder die Mobile Jugendbetreuung mit den Angehörigen erste Beratungsgespräche vereinbart, um dann mit der Familie gemeinsam zu entscheiden in welcher Form und Intensität sie Beratung, Begleitung und Unterstützung während der Jugendhilfemaßnahme für ihr Kind braucht oder auch annehmen kann. Die Erziehungsfähigkeit der Eltern soll wieder gestärkt werden, ggf. erfolgt die Vorbereitung der Rückkehr des Kindes in die Familie, sowie die Mitgestaltung der Perspektiven nach Beendigung der Hilfe.

Die Mitarbeit der Eltern bei Unterbringung ihres Kindes in der Tagesgruppe der Jugendheim Marbach GmbH ist verpflichtend, es finden regelmäßige Beratungsgespräche statt. Die Ziele der Beratungstätigkeit orientieren sich an der Sicherung des Verbleibs des Kindes in der Familie.

Das Beratungsangebot ist Bestandteil des Entgeltsatzes.