GESCHICHTE    

Geschichte

Jugendheim Marbach war nicht geplant – Jugendheim Marbach ist passiert

Der Ursprung der Jugendheim Marbach GmbH liegt in der kritischen Auseinandersetzung mit der in den 70er Jahren noch üblichen Durchführung öffentlicher Erziehung in Großheimen, die geprägt war durch repressive Erziehungsmethoden, große Gruppen und Reglementierung der pädagogischen Arbeit durch Verwaltung und Organisation. 1973 haben vier MitarbeiterInnen eines Großheimes den bewussten Schritt in eine alternative Zukunft gewagt, von der eigentlich nur bekannt war, dass sehr viel Engagement und z.T. auch Verzicht notwendig sein würde und haben die gemeinnützige Jugendheim Marbach GmbH gegründet. Diese vier GründungsgesellschafterInnen waren auch zugleich die ersten pädagogischen MitarbeiterInnen. Sie lehnten hierarchische Strukturen ab und forderten die Reduzierung der Gruppengröße sowie den Einsatz qualifizierter MitarbeiterInnen für den Bereich der öffentlichen Erziehung.

Diese Forderungen an eine andersartige Form öffentlicher Erziehung spiegeln sich bis heute in der Organisationsstruktur der Marbach GmbH wider.

Die Jugendheim Marbach GmbH existiert nun seit mehr als 30 Jahren. In dieser Zeit hat sie sich nicht nur quantitativ ausgedehnt, sondern auch in ihrer Arbeit differenziert. Diese Ausdehnung und Differenzierung entsprach jeweils konkreten Notwendigkeiten und Bedürfnissen der pädagogischen Tätigkeit.


Jugendheim Marbach heute

Kern der Jugendheim Marbach GmbH sind auch heute noch die kleinen überschaubaren Wohngruppen, in denen jeweils etwa 5-6 Kinder und Jugendliche mit zumindest einer der pädagogischen MitarbeiterInnen leben. Derzeit gibt es sechs solcher Wohngruppen. Ihre Anzahl wird bewusst klein gehalten, damit die Gesamteinrichtung überschaubar bleibt und Kommunikation und Teilhabe untereinander gewährleistet werden können. Darüber hinaus wurden im Verlauf der Jahre die Mobile Jugendbetreuung (MOB), eine Tagesheimgruppe und der Ambulante Beratungsdienst (AmBera) aufgebaut.

 

Chronologie


1973

Das erste Kinderhaus Bienenweg wurde im zentrumsnahen Stadtteil Marbach eröffnet. Hier leben 5 Kinder und Jugendliche (geschlechtsgemischt) in einem alten Fachwerkhaus. Sie haben jeweils ihr eigenes Zimmer, einen großen Garten und sind gut in die Nachbarschaft integriert. In diesem Haus ist auch die Geschäftsstelle der Jugendheim Marbach GmbH untergebracht.

1976

In der Jugendwohngruppe Erlengraben, leben 6 Jugendliche ab 14 Jahren (geschlechtsgemischt). Sie haben Einzelzimmer in einem zentral gelegenen Innenstadt-Wohnhaus und werden in Blockdiensten rund um die Uhr betreut. Zusätzlich steht der Gruppe eine kleine 1‑Zimmer‑Wohnung zur Verfügung.

1980

Seit 1980 bietet das Vierfamilienhaus am verkehrsruhigen Ortsrand von Ginseldorf 6 Kindern und Jungendlichen (geschlechtsgemischt) ein Zuhause. Sie haben jeweils ihr eigenes Zimmer, einen großen Garten und sind gut in die dörflichen Strukturen eingebunden.

1980

Als ein Angebot für Jugendliche ab 16 Jahren, die aus vielfältigen Gründen in Gruppen nicht leben können oder wollen, wurde 1980 die Mobile Jugendbetreuung eingerichtet. Die dort tätigen MitarbeiterInnen betreuen in verschiedenen Betreuungsintensitäten Jugendliche, die selbstständig in eigenen Wohnungen leben wollen.

1983

1992 wurde das seit 1983 bestehende Kinderhaus Niederwald (bei Kirchhain) als Mädchenwohngruppe eingerichtet, um auf die besonderen Bedürfnisse von Mädchen mit einer belasteten geschlechtsspezifischen Entwicklung eingehen zu können. Den fünf Mädchen stehen in dem dörflichen Fachwerkhaus Einzelzimmer zur Verfügung.

1992

Schon seit 1975 besteht in dieser Region ein Kinderhaus. Das heutige Kinderhaus in der Kleinstadt Gladenbach unterscheidet sich bedeutsam von den anderen Wohngruppen. Hier leben seit 1992 drei Kinder langfristig familienintegriert mit einer sehr hohen Beziehungsdichte bei Familie Willms.

1999

Die Tagesgruppe ensteht und bietet intensive Erziehungshilfe für Kinder und deren Eltern, ohne daß dabei die Kinder gänzlich aus der Herkunftsfamilie und ihren gewachsenen sozialen Bezügen herausgenommen werden.

1999

Gründung des Ambulanten Beratungsdienst (AmBera). Die MitarbeiterInnen waren bisher nur für die Familien, deren Kinder in den Projekten der Jugendheim Marbach gGmbH untergebracht waren, zuständig. Seit 1999 können ihre Dienste nun auch außerhalb der Jugendheim Marbach gGmbH in Anspruch genommen werden.
Seit dem wächst dieser Bereich kontinuierlich und es arbeiten heute 7 KollegInnen dort.

2008

Das seit 1989 bestehende Kinderhaus Beltershausen zieht um in ein Zweifamilienhaus in Cappel und wird zum Kinderhaus Rödchen . Dort leben jetzt fünf Kinder und Jugendliche (geschlechtsgemischt).

2009

Bei AmBera wird das Projekt Menschenskind der Stadt Marburg angesiedelt.

2010

In Grüsen entsteht mit einer langjährigen, erfahrenen Kollegin das jüngste Projekt der Marbach GmbH: die Familienwohngruppe Grüsen